Kampfsport ist nicht unbedingt Selbstverteidigung

Immer wieder hört man auf der Strasse “ich kann Selbstverteidigung”. Hinterfragt man das, können diese Personen Karate, Judo, Taekwon Do, … Ist das wirklich Selbstverteidigung?

Karate, Judo und Taekwon Do beispielsweise sind Kampfsportarten. Wie der Name schon sagt, werden sie zu sportlichen Zwecken trainiert. Hier stehen folgende Themen im Vordergrund:

  • Fairness
  • Sportlichkeit
  • keine Verletzungen
  • Rücksicht

Alles das wird im Training umgesetzt. Man trainiert so, dass man den Partner nicht verletzt.

  • Fairness – wenn der Partner auf dem Boden liegt hilft man ihm auf, es wird nicht nachgetreten oder eine sonstige Aktion ausgeführt
  • Sportlickeit – man trainiert nicht zuletzt, um auf Turnieren erfolgreich zu sein. Insbesondere im Taekwon Do wird fast nur zum Kopf getreten, das gibt die meisten Punkte
  • keine Verletzungen – man trainiert so, dass der Partner nicht einmal Gefahr läuft, Schmerzen zu erfahren
  • Rücksicht – hat der Partner ein Wehwehchen, nimmt man darauf Rücksicht

Wenn wir auf der Strasse in eine Notwehr Situation kommen, hat der Angreifer ein bestimmtes Ziel, z.B. unser Geld, unser Handy, Zigaretten, oder will uns einfach nur Schmerzen zufügen. Sein Hauptaugenmerk liegt dabei darauf, dieses Ziel schnell und ohne (nennenswerte) Gegenwehr zu erreichen. Also wird er rücksichtlos, hemmungslos und ohne jedes Mitleid brutal angreifen.

Wenn wir dieses brutale Rücksichtlosigkeit nehmen und die sportliche Fairness dagegen halten, wird es einem Kampfsportler in aller Regel nur bei dilletantisch ausgeführten Angriffen eines ungeübten Angreifers gelingen, diesen Angriff wirkungsvoll abzuwehren. Ein Tritt zum Kopf dauert zu lange und ist auch nicht bei jeder Witterung auf jedem Untergrund zu machen, Leichtkontakt Kampfsportler erleben den Unterschied zwischen einem gestoppten und einem durchgezogenen Schlag und der Judoka merkt schnell, dass sich ein T-Shirt anders verhält als ein Judo Gi. Wenn uns dann der erste Faustschlag im Gesicht trifft und die Schmerzen und die Blutung einsetzt, ist in der Regel durch eine Schockstarre der Kampf entschieden.

Echte und realistische Selbstverteidigung bereitet dagegen auf solche Situationen vor.

  • was passiert, wenn ich von einer Faust im Gesicht getroffen werde
  • was passiert wenn ich auf dem Boden liegend getreten werde
  • was passiert, wenn ich laut angeschriehen werde
  • was passiert, wenn ich mit einer Waffe angegriffen werde

Alle diese Situation werden regulär in keinem Kampfsport trainiert. Und das unterscheidet ihn von Selbstverteidigung

Kampfsport lehrt sportliche Techniken, die theoretisch auch zur Selbstverteidigung genutzt werden können.

Selbstverteidigung bereitet auf tatsächliche Situationen vor, die “draussen” entstehen können.

 

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wachsam und vorbereitet sein – Messerangriff auf Bürgermeister


Der Bürgermeister von Altena ist vor kurzem von einem alkoholisierten Angreifer in einem Döner Imbiss mit einem Messer angegriffen und verletzt worden. Vorher soll der Angreifer ihn gefragt haben, ob er der Bürgermeister sei. Danach soll er ihn wegen seiner Flüchtlingspolitik lautstark angegangen sein, hat in danach in den Schwitzkasten genommen und mit einem Messer zum Hals verletzt.

Kurze Analyse aus Sicht des Betroffenen:

  1. ich stehe in einem Imbiss, jemand fragt mich, ob ich der Bürgermeister bin
  2. als ich das bejahe, beschimpft die Person mich, dabei stelle ich fest, dass die Person alkoholisiert ist
  3. die Person zieht ein Messer und beschimpft mich weiter
  4. danach nimmt sie mich in den Schwitzkasten

Was heisst das?

  1. als “Person des öffentlichen Lebens” wird der Bürgermeister sicher öfter angesprochen. Allerdings sollte er sich schon mit der Person beschäftigen. Wenn ich jemanden frage, ob er eine mir bekannte Person ist, folgt in der Regel irgendeine Art von Konversation. Also richten wir unsere Aufmerksamkeit auf diese Person
  2. spätestens wenn der Betrunkene uns anpöbelt, sollten unsere Alarmglocken klingeln. Angetrunken (gleich herabgesetzte Hemmschwelle) und pöbeln (Erregungszustand) in Kombination sollten uns SEHR wachsam machen
  3. spätestens beim ziehen des Messers bleiben nur zwei Alternativen: Flucht oder Angriff
  4. wenn wir 1-3 im Ansatz befolgt haben, ist 4.) für den Angreifer nicht mehr möglich

Zuerst der Dank an die Besitzer und Betreiber der Imbissbude, die sofort eingegriffen haben und damit vermutlich dem Bürgermeister das Leben gerettet haben. Aber was hätte der Betroffene anders oder besser machen können? O.k., ich war nicht dabei, aber das Wichtigste sind die Punkte 2 und 3.

Jemand der uns anpöbelt und dabei angetrunken ist, verdient höchste Wachsamkeit und Aufmerksamkeit. Prinzipiell ist hier immer mit einem Angriff – gleich welcher Art – zu rechnen.

Wenn ein Angriff abzusehen ist und ich nicht in der Lage bin, mich selber zu verteidigen, bleibt nur die Flucht. Und hier nicht nur nach draussen, auch “hinter die Ladentheke” oder “hinter einen Tisch”, um einen Gegenstand zwischen sich und den Angreifer zu bringen, sind sinnvoll und verschafft uns Zeit.

Das Schlimmste was uns passieren kann – und was leider so gut wie jedem Ungeübten in einer Schocksituation passsiert – ist die Schockstarre. EIne unerwartete Situation die uns überfordert und den Körper handlungsunfähig werden lässt, weil wir mit der Situation überfordert sind, fassungslos sind. Diese Schockstarre zu überwinden, ist einer der wichtigsten Punkte in der Selbstverteidigung.

Lieber Andreas Hollstein, ich wünsche ihnen eine schnelle Genesung und das sie schnell über alles hinwegkommen, körperlich wie auch seelisch.

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Messerabwehr


Ich habe da letztens ein sehr gutes Video zum Thema Messerabwehr gesehen. Ich lasse das hier einfach mal unkommentiert, lege euch aber ans Herz – solltet ihr bei euch Messer Abwehr trainieren – welches Szenario euer Trainer euch beibringt…

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die Sache mit dem anschreien


Ich kenne viele Kampfsportler, die sich sicher fühlen und es im normalen Leben bestimmt auch sind. Egal welcher Angriff kommt, sie schaffen es spielend, diesen zu parieren, erfolgreich abzuwehren.

Allerdings – dass geben sie zu – haben sie dies nie ausserhalb eines „perfekten Trainingsszenarios“ geübt. Sie gehen davon aus: was in der Halle/im Dojo passiert, das klappt auch überall sonst.

Hierzu zwei kleine Geschichten aus meiner Erfahrung:

1.) ich habe einmal einen Freund zum Krav Maga Training mitgenommen. Wir haben normale Schlagabwehr trainiert. Das klappte super, schon nach kurzer Zeit konnte er Standardangriffe abwehren. Nachdem also nun alles sass, erfolgte der identische Angriff, nur dass ich diesmal beim Schlag angeschrieen habe. Es erfolgte keine Abwehr und er gab zu, sich so erschreckt zu haben, dass er sich auf die Zunge gebissen hat, obwohl er die Abwehr beherrschte.

2.) Beim Modern Arnis Training liessen wir uns abwechselnd von verschiedenen Gegnern auf verschiedene Weise angreifen, um uns auf verschiedene Angriffe und Angreifer einzustellen. Als mein Trainer dran war, wehrte er alle Angriffe problemlos ab. Auch ihn griff ich mit einem lauten Schrei an und er war kurz irritiert, so dass seine Verteidigung mit Verzögerung kam.

Was war hier passiert? Im Training lernt man, konzentriert zu kämpfen und abzuwehren, man ist stark auf die Bewegung fixiert die erfolgt und auf die man reagieren muss. Kommt nun ein Schrei dazu, bringt einen das aus der Fassung. Entweder ist man nicht gewohnt, angeschrieen zu werden und erschrickt schlicht, oder man ist irritiert, weil man es einfach nicht gewohnt ist, so zu trainieren.

In jedem Fernsehkrimi, in dem eine Polizeieinheit eine Wohnung stürmt, schreien alle Polizisten laut rum, sobald sie in der Wohnung sind. Genau dies ist der Effekt, der auch in meinen beiden Beispielen zum tragen kam. Man erschreckt sich und ist in aller Regel erst einmal handlungsunfähig, weil man mit „was passiert hier – was wollen die – warum schreien die so“ beschäftigt ist. Erst wenn man diesen Schreck- und Überraschungsmoment überwunden hat, kann man seine erlenten Techniken einsetzen. Dann ist es aber meistens schon zu spät. Im Krimi hat die Polizei den Verdächtigen überwältigt, in der Selbstverteidigung hat man die ersten Schläge eingesteckt.

Ich kann hier nur raten, nehmt anschreien mit ins Training auf. Und nicht nur schreien. Auch schubsen, Ohrfeigen, etc. Natürlich gibt es Angriffe, in denen ein Angreifer wortlos auf uns zukommt, ausholt und zuschlägt. Genauso gibt es aber auch die Angriffe, denen ein Streit voraus geht, in denen der Agressor und vor die Brust schlägt, uns einen Schubs gibt, uns eine Ohrfeige gibt und uns dabei wütend anschreit.

Verteidigung mit anschreieen sollte und kann man lernen! Auch wenn im Training ungewohnt ist und sich komisch anfühlt, kann es im Ernstfall hilfreich sein.

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Kinder Selbstverteidigung


Heute mal etwas zu dem Thema, das viele Eltern nicht gerne hören: Entführung von Kindern.

Leider kommt es häufiger vor als man es selber wahrhaben möchte. Dabei ist eine gewaltsame Mitnahme des Kindes nicht unbedingt die Regel. Das wäre auch zu gefährlich. Ein schreiendes und um sich schlagendes Kind erweckt Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit, die kein Täter wünscht. Den so erinnert man sich vielleicht an das Kind – und an ihn.

Viel häufiger setzen Täter auf den Angstfaktor, oder sie locken das Kind mit Versprechungen. Auf Aussagen wie „deine Mutter hatte einen Unfall und liegt im Krankenhaus, ich soll dich hinbringen“, fällt wohl fast jedes Kind herein. Auch sind gerade kleine Kinder sehr empfänglich für kleine Hasen, kleine Katzen oder kleine Hunde, die man dem Kind gerne zeigt und von denen es sich eines aussuchen darf.

Vor einiger Zeit gab es ein Facbook Video aus England (?). Hier wurden Mütter oder Väter auf Spielplätzen angesprochen, ob ihr Kind mit Fremden mitgehen würden. Alle (!!!) Eltern gaben an, dass sie mit ihrem Kind gesprochen haben und dieses niemals mitgehen würde. Dann wurde, unter Aufsicht der Eltern, das Kind von einem Fremden angesprochen, es wurde ihm etwas versprochen und alle (!!!) Kinder gingen mit. 100% Trefferquote.

Das beweist, das Gespräche mit Eltern wenig bringen. Hier greift der „ja ja-Effekt“, den Kindern ist schlicht egal, was die eigenen Eltern sagen. Sie denken, sie wissen selber, was sie wann zu tun haben, sind schlauer als die besserwisserischen Eltern. Da ihnen aber die notwendige Lebenserfahrung fehlt, kann das – wie hier geschehen – fürchterlich schief gehen.

Was aber soll man sonst tun? Für die „Deine Mutter hat gesagt ich soll dich abholen“ Masche gibt es eine recht einfache Lösung. Vereinbaren sie mit ihrem Kind ein Kennwort. Dies kann der Name des Haustiers sein, sein Geburtsdatum, oder sonst irgendetwas, was sich das Kind leicht merken kann. Sagen sie ihrem Kind deutlich, wenn es von jemand anderem abgeholt wird, kennt dieser das Kennwort. Und es soll jede fremde Person danach fragen.
Wenn nun jemand versucht, das Kind mitzunehmen, fragt dieses nach dem Kennwort und das Kind weiss, diese Person wurde nicht von den Eltern beauftragt, weil sie das Kennwort nicht kennt.

Für alles andere empfehle ich die Anmeldung in einer qualifizierten Schule für Selbstverteidigung. Hier ist es wichtig, dass das Kind nicht nur Techniken zur Verteidigung lernt, es muss auch lernen, Situationen richtig einzuschätzen. Wenn die Eltern sagen, dass man niemals mit Fremden mitgehen darf, hat das einen untergeordneten Stellenwert. Wenn das aber der scheinbar „unbesiegbare Trainer sagt, der einen auch unbesiegbar macht“ hören die Kinder – auch im Training unter ihresgleichen – zu und setzen es um. Ausserdem lernt das Kind, sich auch zur Wehr zu setzen und auf die richtige Art und Weise Aufmerksamkeit zu erzeugen. Ein „nein, lass mich los„, erzeugt auf Aussenstehende den Eindruck“, das bockige Kind will nicht mit seinem Vater mitgehen“. Ein „nein, lassen sie mich, Hilfe“ zeigt Aussenstehenden, hier stimmt etwas nicht, das Kind kennt die Person nicht“.

Besuchen sie mit dem Kind das Training, bitten sie den Trainer, es mehrfach mittrainieren zu lassen, sehen sie zu und machen sie sich ein Bild davon, was das Kind lernt und ob es praxisgerecht ist. Lernt das Kind ausschliesslich, gleichgrosse Kinder zu schlagen und zu treten, wird ihm das niemals helfen, sich gegen einen Erwachsenen zur Wehr zu setzen. Hier müssen andere Verhaltensregeln gelten.

Beispielsweise lehrt „Elite Krav Maga“ von Anfang an, dass Kinder sich lautstark äussern sollen, dass sie immer das „sie“ beibehalten sollen. Dass sie sich einfach auf den Boden fallen und dem Erwachsenen gegen die Schienenbeine zu treten, oder beim wegtragen direkt ins Gesicht zu schlagen. Beides unter lauten schreien und dann sofort wegzulaufen, wenn sich die Gelegenheit ergibt.

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wenn ein WT-Mann nicht über den Tellerrand schauen mag


Ein WT-Meister aus meiner Umgebung beschwört ja schon seit langem die komplette Kampfsport und Kampfkunstgemeinde deutschlandweit, keinesfalls die Verteidigung gegen Waffen (insbesondere Stich- und Schusswaffen) zu lehren und diesen Irrsinn doch endlich zu lassen

In der Vergangenheit hat er Beiträge aus der Presse herangezogen, in denen langjährige Kampfsportler schwer oder tödlich verletzt wurden. Danach hat er Seminare abgehalten, die lediglich verdeutlichen sollten, dass Waffenabwehr ausgeschlossen ist (ich habe seine Schusswaffe in der Nahdistanz sehr wohl abgewehrt und ein Besucher des Seminars einen Messerangriff eines anderen Seminarbesuchers, wir waren meines Wissens die einzigen nicht WT-ler beim Seminar). Zuletzt kommt er mit wissenschaftlichen Ausführungen daher, warum man beispielsweise ein Messer selbst mit einer Schusswaffe nicht abwehren kann.

Heute ist er dann auf den Facebook Eintrag zu unserem letzten Seminar „Anti Terror“ gestossen, hat es in den Dreck gezogen, sich darüber aufgeregt, lächerlich gemacht und sich fremdgeschämt. Und das, ohne auch nur im geringsten die Seminarinhalte und Hintergründe zu kennen. Bilder schauen und loslegen. Meiner Meinung eher eine sehr schwache Charaktereigenschaft. Bis heute habe ich mir gedacht, „lass jedem seine Meinung“, aber inzwischen schiesst er wirklich über das Ziel hinaus.

1.) WT-ler, insbesondere Ausbilder, sind ja allgemein dafür bekannt, ihre Kampfkunst als das non-plus-ultra einzustufen. Scheinbar hat sich nichts daran geändert.

2.) insbesondere dieser WT-ler ist dafür bekannt, Waffenabwehr zu verdammen, weil sie lebensgefährlich ist (hier stimme ich zu 100% mit ihm überein), statt einer Auseinandersetzung lieber die Flucht zu ergreifen (prizipiell stimme ich auch hier mit ihm überein). Aber was ist, wenn Flucht keine Option ist? Wenn man beispielsweise mit Frau und (kleinem) Kind unterwegs ist. Fliehen und die Familie im Stich lassen, ist das seine Generallösung?

Meine ganz persönliche Meinung ist, dass dieser WT-ler auf seiner kleinen Insel sitzt, die Selbstverteidigungsszenarien aus den 90er Jahren behandelt und die Realität schlicht verschlafen hat. Und weil nicht sein kann was nicht sein darf, wird hier der Kopf in den Sand gesteckt und man verschliesst sich jeglicher Neuerung und hält an seinen alten (und meiner Meinung nach überholten) Werten fest. Weiterentwicklung ist in einem Verband wie seinem scheinbar weder gewünscht, noch gern gesehen.

Natürlich (und nachvollziehbar) steht seine WT-Gemeinde geschlossen hinter ihm. Allerdings möchte ich nicht in deren Haut stecken, wenn der Ernstfall (den ich niemandem – auch uns – nicht wünsche) eintritt, und die Jungs und Mädchen nicht einmal den Hauch einer Idee haben, wie sie sich verhalten sollen. Wir haben zumindest eine Option. Und eine (schwere?) Verletzung ist meiner Meinung nach immer noch besser als der Tod, weil man trotz jahrelangen Kampfsport/-kunst Studium hilflos ist, in einer in der Realität heute leider immer häufiger auftretenden Situation.

Dies haben sogar immer mehr traditionelle Kampfsportsysteme erkannt. Das traditionelle Karate, dass noch vor wenigen Jahren spezielle Selbstverteidigung nicht ernstgenommen hat, hat sich gewandelt. Vereinzelt werden sogar Messer- und Pistolenseminare abgehalten, die der Verlängerung der SV-Trainerlizenz dienen (z.B. Karate-unlimited von Wolfgang Henkel). Modern Arnis behandelt ebenso die waffenlose Verteidigung gegen Messerangriffe. Aber dieser Wing Tsun Verband lehrt an der Wirklichkeit vorbei. Nicht wir werden auf Situationen vorbereitet, die lebensgefährlich sind. Seine Schüler werden vollkommen unvorbereitet gelassen und müssen im Fall der Fälle mit falschem Handwerkszeug improvisieren.

Wohlgemerkt, weder besagter Meister, noch einer seiner Schüler war jemals bei uns und hat sich ein Training angesehen, bzw. an einem teilgenommen. Seine Einschätzung und jegliches Wissen bezüglich unserer Techniken beruht auf keinerlei Erfahrung und nebulösen Einbildungen. Schade eigentlich, dass man es nicht für nötig hält, sich selbst ein Bild zu machen, sondern einfach mutmasst, behauptet, verdammt und aufwiegelt.

[ Update 10.08.2017 ] – nachdem im Beitrag von der WT-Gemeinde nun darüber diskutiert wird, ob man nicht die Abwehr von Panzern und Raketen ins eigene Training aufnehmen sollte, bzw. manche unser Seminar so vertanden haben, dass WIR nun wie Rambo mit Sturmgewehren und Handgranten eine Art „Eingreiftruppe“ aufstellen, der WT-Meister selber wissenschaftliche Studien fordert, dass wir Messer abwehren könnten, habe ich mich aus der Diskussion ausgeklinkt.

Wenn man eine unabänderbare Meinung, die nicht auf Erfahrung durch Versuche beruht, gepaart mit Ingnoranz und reiner Vermutung verbreitet, bzw. zulässt, dass andere solche Kommentare veröffentlichen, macht eine Diskussion keinen Sinn mehr. Wenn man von vorneherein gar nicht gewillt ist, andere Meinungen auch nur in Betracht zu ziehen, weil das theoretische Papier, das man zum belegen der eigenen Meinung heraus gesucht hat, etwas anderes sagt, worüber soll man dann noch reden/schreiben?

Wir laden gerne jeden Interessierten aus dieser Facebook Diskussion ein, sich selber ein Bild zu machen, an unserem Training teilzunehmen und dann eine Grundlage zu haben, auf der man diskutieren kann.

Trainingszeiten können gerne bei mir erfragt werden, ich nehme die entsprechende Person/en auch gerne mit.

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Polizei – SV im Job


Immer wieder lese ich in der Zeitung, dass ein Polizist seine Schusswaffe einsetzen musste, weil er sich oder andere bedroht sah. Zuletzt der Fall in einer Spielothek in Herne.

Die Polizei wurde gerufen, weil ein alkoholisierter 21jähriger radallierte. Als die Polizei kam, wurden die Beamten mit einem Messer bedroht. Dies schien so zu eskalieren, dass ein Polizist den Täter anschoss und zuerst lebensgefährlich verletzte.

Zitat der WAZ zu diesem Vorfall: „Zur Aufklärung des Sachverhaltes wurde eine Mordkommission eingerichtet, heißt es in der gemeinsamen Erklärung der Staatsanwaltschaft und der Polizei.“

Mal ehrlich, ein Polizist setzt eine Schusswaffe ein, um sich, seinen Kollegen, die Mitarbeiter der Spielhalle und ggf. Besucher derselben vor einem Messerangriff zu schützen. Und dieser Vorfall wird jetzt komplett aufgearbeitet? Nach der Befragung seines Kollegen und der Spielhallenaufsicht (und ggf. weiterer Zeugen) sollte man dem Polizisten auf die Schulter klopfen, „gut gemacht“ sagen und den Fall zu den Akten legen.

Wenn ich mit einer Waffe bedroht werde oder jemand anderes bedroht wird, greift in der Regel die „Notwehr“ oder die „Nothilfe“. Und wenn ich mit einem Messer auf einen Polizisten losgehe, von dem ich weiss, das er eine Waffe trägt, bin ich so blöd, dass ich es nicht anders verdient habe.

Aber so ist das nun mal in diesem Täterstaat. Richter am runden Tisch überlegen stundenlang, ob meine Notwehrhandlung angemessen war und ich keine andere Möglichkeit hatte. Stundenlang diskutieren sie meine Entscheidung für die ich – im günstigsten Fall – wenige Sekunden Zeit hatte…

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Waffen zur SV – Schutz oder nicht?


Gestern habe ich einen Bericht darüber gesehen, dass die Anzahl der kleinen Waffenscheine in Deutschland sprunghaft gestiegen ist. Kleine Waffenscheine können von volljährigen Personen ohne Vorstrafen beantragt werden und berechtigen zum bei sich tragen von Schreckschusswaffen, die unter anderem auch Gas- und Pfeffermunition verschiessen können. Parallel wurde darauf hingewiesen, dass es auch – inzwischen sogar in Drogeriemärkten – Pfefferspray gebe, mit dem man sich verteidigen könne.

Da stellt sich mir die Frage, inwieweit sich jemand mit einer Gaspistole verteidigen kann, der noch nie Berührung mit Waffen oder Selbstverteidigung hatte. Es ist keinerlei Prüfung oder Einweisung notwendig, um sich eine solche Waffe zuzulegen. Weiss der Benutzer tatsächlich etwas über die Reichweite der Schusswaffe? Über die Wirkung der verwendeten Munition? Bekommt er es wirklich fertig, im Fall der Fälle abzudrücken? Weiss er, dass diese Waffe – aus kurzer Entfernung abgefeuert – schwere Verletzungen herbeiführen kann? Oder dass die Wirkung bei starkem Wind auf eine gewisse Entfernung einfach verpufft. Gleiches gilt für den Einsatz von Pfefferspray.

Oder Schlagstöcke und ähnliches zur Selbstverteidigung. Ist man den Umgang nicht gewohnt und weiss man nicht genau wie man diese hält und benutzt, kann ein halbherziger Schlag eher zur Lachnummer, als zu einer wirklichen Verteidigung werden.

Und – das darf man keinesfalls unterschätzen – eine Waffe, die nur halbherzig benutzt wird, kann vom Angreifer auch gegen einen selber benutzt werden. Wenn ich vorstelle, wie jemand halbherzig mit einem Schlagstock zuschlägt, direkt darauf auf die Nase bekommt und dann seinen Schlagstock an den Angreifer verliert…

Eine Aussage im gestriger Beitrag sollte zu denken geben, hier wurde ein junger Mann interviewt: „ich wurde von mehreren Personen zusammen geschlagen, da hätte mir auch eine Schreckschusswaffe nicht geholfen“. Aber was wäre passiert, wenn er eine gezogen und dann an die Angreifer verloren hätte?

Heutzutage wird man in den Rücken getreten und wenn man zu Boden geht, treten die Angreifer in den Körper oder auch mit brutaler Gewalt auf den Kopf. Wird die Aggression gesteigert, wenn man nun vielleicht eine Waffe zieht und der Angreifer diese in die Hände bekommt? Setzt dieser sie nun bedenkenlos gegen einen selber ein? Ein aufgesetzter Schuss mit einer Schreckschusswaffe auf den Kopf kann tödlich sein. Mehrere Schläge mit einem Metallschlagstock auf den Kopf ebenso.

Waffen die zu Selbstverteidigungszwecken verkauft werden, erzeugen eine falsche Sicherheit. Eine Schusswaffe, die gegriffen wird, kann nicht mehr (Revolver) bzw. nur einmal (halbautomatische Pistole) schiessen. Und das ohne jede Gafahr für die Person, die die Waffe greift. Lediglich bei der halbautomatischen Pistole muss man für den ersten Schuss aus der Schusslinie kommen*. Wenn man sich nun auf die Pistole verlässt, diese aber nicht den gewünschte Zweck erfüllt, man dann auch noch entwaffnet wird und die Waffe auf einen selber gerichtet wird, was dann? Was ist Plan B?

Ausserdem muss man noich im Hinterkopf behalten, dass viele Waffen nach dem deutschen Waffengesetz verboten sind. So sind diverse Messer, wie Springmesser und Butterflymesser oder Teleskopschlagstöcke in Deutschland nicht zulässig. Ebenso ist das bei sich tragen einer Schreckschusswaffe nur in Verbindung mit einem kleinen Waffenschein zulässig und dies auch nicht auf öffentlichen Veranstaltungen.

Natürlich ist es einfacher, sich für 10 -250 Euro** ein Selbstverteidigungswerkzeug zu kaufen, als sich über Jahre sportlich zu betätigen, aber die Gefahr, dass das nach hinten losgeht ist extrem gross, insbesondere, wenn man nicht bereit ist, seine Waffe kompromisslos und hemmungslos einzustzen.

Eine Waffe ist nur so gut, wie die Person, die sie bedient.

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* – im Training selber ausprobiert. Hält man einen Revolver fest, kann der Waffenbediener nicht mehr abdrücken. Durch das abdrücken wird die Trommel weiter gedreht, der Hahn gespannt und beim durchdrücken der Schuss ausgelöst. Hält man den Revolver fest, kann sich die Trommel nicht mehr drehen, der Hahn nicht mehr spannen und es kann sich kein Schuss lösen. Die Kraft, die der Bediener am Abzug aufwendet reicht nicht, um die Kraft der haltenden Hand zu überwinden.
Bei der Halbautomatik befindet sich in der Regel schon eine Patrone in der Waffe. Drückt man den Abzug durch, löst sich der Schuss. Durch die Explosion wird der Schlitten der Waffe nach hinten gedrückt und katapultiert die leere Patronenhülse aus der Waffe und lädt eine neu Patrone nach. Hält man die Waffe fest, kann sich der erste Schuss lösen. Allerdings kann sich der Schlitten nicht bewegen. Die leere Patrone verbleibt in der Waffe, eine neue Patrone kann nicht nachgeladen werden. Somit ist kein weiterer Schuss möglich. Selbst wenn man die Waffe jetzt loslässt, muss der Bediener diese erst manuell nachladen. Während des Schusses tritt übrigens keine Hitze am äusseren Gehäuse der Waffe auf. Man verbrennt sich also nicht.

** – Pfefferspray ist schon für unter 10 Euro zu haben, Teleskopschlagstöcke bekommt man ab etwa 20-30 Euro, (zugelassene) Elektroshocker – die allesamt nahezu wirkungslos sind – bekommt man ab 60-80 Euro (Personen die nach deren Einsatz zuckend zu Boden fallen gibt es nur im Fernsehen) und wirkungsvolle Schreckschusswaffen (z.B. 8 oder 9 mm) bekommt man ab etwa 120 Euro.

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Axt Amoklauf am Hauptbahnhof Düsseldorf


Ich möchte mit Blick auf den gestrigen Amoklauf am Düsseldorfer Hauptbahnhof, bei dem ein Mann mit einer Axt (!) mehrere Personen verletzt hat, noch einmal an zwei vorhergehende Beiträge erinnern.

1.) Aufmerksamkeit
Behaltet eure Umgebung im Auge, was passiert um euch herum? Es ist eher unwahrscheinlich, dass jemand mit einer Axt auf einem belebten Bahnhof herumläuft, auf Leute einschlägt und um ihn herum keine Unruhe entsteht. Habt immer ein Auge und ein Ohr auf eure Umgebung. Und wenn sich dort etwas ändert, schaut euch einfach mal um. Wie ihr seht, kann das vor schweren Verletzungen retten.

2.) Abwehr von Waffen
Hier muss noch einmal die Frage an die Verfechter von „wir lehren keine Verteidigung gegen Waffen und alle anderen sollen bitte mit diesem Wahnsinn aufhören“ stellen. Bitte sagt ihr mir, wie eure Schüler sich eurer Meinung nach in einem solchen Fall verhalten sollen. Insbesondere wenn sie mit mehreren Personen unterwegs sind und Flucht keine Option ist. Ist es nicht mehr als leichtsinnig – sogar fahrlässig -, ihnen nicht mal eine Option zu bieten, sondern sie vollkommen unvorbereitet zu lassen?

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Berührungsängste mit SV-Training


In der letzten Zeit habe ich – auch auf Facebook – von mehreren Personen gehört oder gelesen, dass sie sich durchaus für Selbstverteidigung interessieren. Allerdings bleibt es beim Interesse. Warum?

Aus meiner Anfangszeit kann ich das im Rahmen nachvollziehen. Man ist vielleicht körperlich eher klein, dünn oder dick. Deswegen traut man sich nicht, zu einem Kampfsport zu gehen, wo sich vermutlich ausschliesslich Kampfsportler mit athletischem Körperbau tummeln, die nur auf jemanden zum verhauen warten, oder sich auch einfach nur über einen lustig machen.

Alternativ befürchtet man, einfach keinen Anschluss zu finden, da man ja neu zu einer bestehenden Gruppe dazu stösst.

Ich rede jetzt einmal von „Elite Krav Maga“ in Ratingen-Homberg (imBruhy Sport Fitnesscenter). Hier müsst ihr euch keine Sorgen machen. Alle Personen sind aufgeschlossen und freundlich gegenüber Interessenten. Ihr werdet freundlich aufgenommen, könnt ein paar mal kostenfrei und unverbindlich trainieren, bevor ihr euch in irgendeiner Form entscheidet, ob ihr dabei bleiben möchtet.
Auch bei uns gibt es kleine, grosse, dicke und dünne Personen und zwar männlich und weiblich. Niemand wird euch blöde anschauen oder gar verhauen. Als neue Interessenten werdet ihr natürlich auch entsprechend an die Materie „Selbstverteidigung“ herangeführt. Wir trainieren langsam und vorsichtig mit euch, niemandem wird etwas passieren. Jeder in unserer speziellen Anfängergruppe hat schliesslich einmal angefangen, kann sich an sein ungutes Gefühl und seine Bedenken erinnern.

Wenn ihr möchtet nehmt einfach mit mir Kontakt auf, ich beantworte eure Fragen, gerne begleite ich euch auch zum Training. Dann kommt ihr nicht alleine an, kennt zumindest mich und lernt dann auch die anderen kennen.

Also, worauf wartet ihr noch 😉

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Pro und Contra Waffenabwehr


Ich beobachte es immer wieder bei Facebook, wo ich unter anderem auch meinen ehemaligen WT-Trainer aboniert habe. Der eine Kampfsport (auch Krav Maga) lehrt die Abwehr von Schuss- und Stichwaffen, der andere (hier auch WT) warnt eindringlich davor und bittet darum, diesen „Wahnsinn“ zu lassen und den Schülern keine falsche Sicherheit einzureden.

Die Frage ist jetzt, wer hat Recht und gibt es die „richtige Meinung“. Natürlich ist es unwahrscheinlich, nach Waffenabwehrtraining, unverletzt „mal eben“ ein Messer abzuwehren“. Unmöglich ist es, eine Pistole aus einer Distanz von mehreren Metern abzuwehren. Fatal ist es, eine Messerabwehr zu lehren, bei der im Trainings Szenario alles absolut unrealistisch ist.

Aber ist es sinnvoll, Trainierende komplett alleine zu lassen, wenn es um Waffenagriffe geht? Die tägliche Berichterstattung zeigt, diese Angriffe sind eher die Regel als die Ausnahme. Sollte man hier durch das Training nicht zumindest ein Verständnis und eine Grundlage schaffen, um auch auf solche Situationen vorbereitet zu sein? Die Grundaussage „Flucht bei Waffen“ ist sicher richtig, aber nicht immer umsetzbar. Mal ist einfach kein Fluchtweg vorhanden. Mal ist das erkennen der Waffe so plötzlich und der Angriff schon in der Ausführung, dass die Flucht lediglich dafür sorg, dass man das Messer statt in den Bauch in den Rücken bekommt.

Pistolenangriffe aus sicherer Entfernung sind nicht abzuwehren. Aber Bedrohungen, bei denen die Pistole nicht zum verletzen/töten eingesetzt werden soll, sondern der Meinung des Aggressors Nachdruck verleihen sollen und dies in direkter Nähe, damit kann man umgehen…wenn man es gelernt hat.

Die pauschale Aussage „Waffen kann man nicht abwehren, also trainieren wir das hier nicht“ gleicht einem „wenn du mit einer Waffe angegriffen wirst, musst du sterben“. Und das ist definitiv NICHT so.

Ein verantwortungsvolles Training nach dem Motto „wirst du mit einer Waffe angegriffen, lauf weg, kannst du nicht weglaufen, hast du hier Techniken, die vielleicht dein Leben retten“ sollte in der heutigen Zeit zwingend ins Selbstverteidigungstraining aufgenommen werden.

Wer dies kontert mit „man kann immer irgendwie weglaufen“, den bitte ich folgendes Szenario durchzuspielen. Man(n) ist mit Frau und zwei kleinen Kindern auf einem Sonntagsspaziergang, auf einem einsamen Feldweg begegnet man einen „Messerstecher“. Ist weglaufen und Frau und Kinder im Stich lassen wirklich die richtige Option. Ist der vollkommen unvorbereitete Versuch, sich einem Messerangriff zu stellen die richtige Option?

Vollkommen gegensätzlich zu den strikten Verfechtern von „das lehren der Abwehr von Waffenangriffen kommt Selbmord nahe“ plädiere ich an alle Schulenbetreiber:

  • geht auf die Gefahren ein
  • stellt klar, das Flucht immer besser als Kampf ist
  • gebt aber auch Werkzeuge an die Hand, mit denen eure Schüler versuchen können, sich aus einer solchen Situation zu befreien

Gerne lade ich euch hiermit zum Krav Maga Training in unserem Verein ein. Schaut euch das Waffentraining an, hört euch an, wie dieses Wissen vermittelt wird und entscheidet danach.

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Zivilcourage


Altweiber 2017 im Velberter Brauhaus und der erste Einsatz für Zivilcourage mit dem Krav Maga Hintergrundwissen 😉

Nachdem ich schon einige Stunden mit meiner Freundin und 3 guten Freundinnen gefeiert habe, fiel mir wiederholt der „junge Mann“ (ca. 20) auf, der deutlich mehr getrunken hatte als gut für ihn war und nun ziemlich aufdringlich die Frauengruppe (6 Frauen, alle so um die 20-25) neben uns anging. Zugegebenermassen waren sie es auch selber Schuld, zwei von ihnen hatten ihn schon etwas „angemacht“. Jedenfalls war es der einen abolut nicht recht, dass er sie laufend zu küssen versuchte. Ich schaute mir das Spielchen eine zeitlang an, aber als er anfing sie anzugrabschen und seine Hände schneller wieder da waren, als sie die wegdrücken konnte, entschloss ich mich dann, dazwischen zu gehen.

Der Kamerad war entweder sehr einsichtig, oder er bekam gar nicht mehr wirklich mit, das ich mich zwischen die beiden stellte und ihm deutlich zu verstehen gab, das jetzt Schluss ist. Er drehte sich jedenfalls um und trollte sich in einen Bereich ausserhalb meines Sichtfeldes.

Die junge Frau hatte die Chance zur Flucht genutzt und sich ein paar Meter weiter in Sicherheit gebracht. Irgendwann kam meine Freundin vom tanzen zu mir zurück, woraufhin sich die junge Frau zu Pia gesellte, sich bei ihr (!) bedankte und mich keines Blickes würdigte, begleitet von den Worten „ich hätte mich auch selber wehren können, aber ich darf nicht“. Aha…

Eine Stunde später ging sie nach Hause, verabschiedete sich herzlich von meiner Freundin und würdigte mich erneut keines Blickes.

Ich stehe jetzt nicht so auf überschwenglichen Dank, aber ein kurzes und knappes „danke“ oder ein freundliches Nicken hätte ich im Prinzip schon erwartet. Immerhin war der Typ so besoffen, dass meine Aktion auch eine ganz andere, z.B. aggressive Reaktion bei ihm hätte auslösen können, mit der ich mich dann hätte befassen müssen und das, damit sie in Ruhe weiter feiern konnte. Tja, so sind sie die Frauen 😉

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Schmerz


Die meisten Kampfsportarten oder Kampfkünste trainieren sehr smooth, das heisst sie lehren die Techniken sanft und ohne dass einer der Trainierenden Schmerzen erleidet. Mein ehemaliger Karate Trainer sagte einmal „wenn man einen Block 20x ausführt und dann blaue Flecken hat, hat man was falsch gemacht.“

Diese Aussage stimmt unter rein sportlichen Karate Sichtweisen. Aber nicht in der Realität. Wer hat nicht, sei es als Kind, eine Ohrfeige bekommen. Man war sofort eingeschüchert, man war bestürzt, man bekam grosse Augen und versuchte zu verarbeiten „was ist da jetzt gerade passiert?“

Das ist auch heute noch so. Wenn man 200x schmerzfrei die Abwehr eine Schlages trainiert, in der Realität diese Abwehr plötzlich Schmerz verursacht, wird man in diesem Moment alles sein, aber nicht fähig zur weiteren und wirksamen Selbstverteidigung.

An Schmerz kann man sich gewöhnen, man muss ihn nur trainieren und daraus lernen. Natürlich kann ich im Training sanft zuschlagen, um weder mir, noch meinem Partner weh zu tun. Aber was passiert auf der Strasse, wenn jemand mein Geld möchte. Er wird hart, brutal und gandenlos zuschlagen. Daran sollte man sich gewöhnen und es gezielt auch ins Training einfliessen lassen.

Vielleicht einfach mal Sparring ohne Schutz und nur mit Fäusten auf den Oberkörper ins Training einbauen. Ihr werdet euch über eure Reaktion wundern, die nicht praxiswirksam sein wird 😉

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Werbung in eigener Sache


Vor einiger Zeit habe ich mich mal hingesetzt und versucht einen Leitfaden zu schreiben, wie man die für sich richtige Selbstverteidigung findet. Der Markt ist ja unüberschaubar gross, es gibt diverse japanische Kampfsportarten, es gibt Kick- und Thaiboxen, es gibt MMA, Kung Fu, Wing Tsun, Krav Maga, … für den interessierten Laien absolut unüberschaubar und – was viel wichtiger ist – er kann überhaupt nicht einschätzen, was wirklich zur wirksamen Verteidigung geeignet ist und was nicht.

Vor diesem Hintergrund habe ich ein paar Seiten zusammen geschrieben und bei Amazon als Buch hochgeladen.

Diese Buch beleuchtet die Selbstverteidigung unter realistischen Gesichtspunkten. Ist jeder Kampfsport Selbstverteidigung? Und wenn nein, warum nicht?

Es stellt eine Entscheidungshilfe für jeden dar, der an Selbstverteidigung für den Alltag interessiert ist, aber dem das nötige Hintergrundwissen fehlt. Es soll nicht auf ein bestimmtes System einschwören, sondern regt dazu an, mitzudenken, skeptisch zu sein und zu hinterfragen. Warum ist ein bestimmter Kampfsport nicht zur Selbstverteidigung geeignet. Wie kann ICH selber erkennen, ob das gerade trainierte wirklich hilfreich ist? Ich will zeigen, welchen Aussagen man vertrauen kann und welchen nicht.

Wenn also jemand 2 Euro übrig und einen kindle Account hat, würde ich mich freuen, wenn ihr das Buch einfach mal runterladet und lest.

Denn wer sich gerade jetzt, in Zeiten von U-Bahn Tretern, Terror Übergriffen und allgemein starker Gewaltbereitschaft für die falsche Variante entscheidet, kann schnell ein paar jahre sinnlos trainieren…

Direkt zum Kindle Buch bei Amazon

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Aufmerksamkeit


Wer heutzutage Selbstverteidigung trainiert, fühlt sich sicher. Im Falle eines Angriffs weiss er, mit welchen Techniken er sich verteidigen kann. Schlägt der Gegener zu, wird abgeblockt und es erfolgt ein Gegenangriff. Theoritisch ist alles richtig.

Praktisch ist das ein ganzes Stück an der Realität vorbei. Was kaum jemand unterrichtet, der euch in Sachen SV fit macht, ist die Sache mit der Aufmerksamkeit.

Angreifer suchen in der Regel keine Gegner, sie suchen Opfer. Und das beste Opfer ist das ahnungslose Opfer. Wie sonst lässt es sich erklären, das ein Jugendlicher einer Frau auf einer Treppe von hinten in den Rücken tritt? Sie ahnte nichts, sie sah den Angriff nicht kommen und hätte sich – unter diesen Gesichtspunkten – niemals verteidigen können.

Leute, behaltet eure Umgebung im Auge. Verschafft euch einen kleinen Überblick, wer ist vor mir, wer ist hinter mir, könnten sich vielleicht Gefahrensituationen ergeben. Sind hinter mit Personen, die mir ein ungutes Gefühl machen, dann drehe ich mich mehrmals unauffällig um, schaue ob sie näher kommen, agressiv wirken. Im Zweifel bleibe ich vor einem Schaufenster oder Schaukasten stehen als wolle ich den Inhalt studieren. Das Glas wirkt dann wie ein Spiegel, ich kann sehen, ob sie einfach an mir vorbei gehen, oder ob sie sich gezielt mir näheren.

Achtet auf euere Umgebung, behaltet Personen, die euch nicht geheuer sind, im Auge, lasst euch nicht hinterrücks überraschen. Das gilt auf dem Bürgersteig, das gilt in Bahnhöfen, das gilt in Bus und Bahn…das gilt einfach überall. Man kann sich nicht gegen Gefahren wehren, die man nicht sieht. Also bleibt wachsam!!!

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Zivilcourage – besser nicht in Ludwigsburg

Du läufst durch die Innenstadt, siehst wie eine Gruppe stark alkoholisierter Jugendlicher einen Menschen erst zusammen schlägt und dann auf den am Boden liegenden eintritt, wodurch diese schwer verletzt wird, unter anderem einen Kiefer- und einen Jochbeinbruch erleidet. Du gehst dazwischen, zur Eigensicherung schubst Du Personen weg und schlägst auch nach Ihnen. Damit rettest Du das Opfer aus dieser lebensgefährlichen Situation. Dieses Vorgehen sollte durch den §32 StGB gedeckt sein, Hilfe für jemanden in einer gegenwärtigen Angriffssituation.

Da Du Angst hast um seine, aber auch Deine Sicherheit, hast Du vielleicht etwas überreagiert und einem der Jugendlichen versehentlich den Kiefer gebrochen. Dieses Verhalten sollte durch den §33 StGB gedeckt sein, Überschreitung der Grenzen der Notwehr aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken.

Sowohl das Opfer, als auch sämtliche Zeugen sagen aus, dass Du aus einer eindeutigen Notwehr Situation heraus gehandelt hast. Die Aussage des Geschädigten mit dem gebrochenen Kiefer, dass Du ihn grundlos geschlagen hast, wird von keinem der Zeugen gestützt. Sowohl Dein Anwalt, als auch die Staatsanwältin fordern „Freispruch“. Und das, obwohl Du sogar wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft bist!!!

Also eigentlich eine sichere Kiste…nicht in Ludwigsburg. In Ludwigsburg bekommst Du dafür 3 Monate und 2 Wochen Gefängnisstrafe auf Bewährung. Warum? Weil Du vor Jahren schon einmal wegen Körperverletzung mit dem Gesetz in Konflikt gekommen bist. Und weil Du jemanden bei dieser Hilfsaktion (man bedenke, einer gegen eine Gruppe alkoholisierter und gewaltbereiter Jugendlicher zum Schutz einer hilf- und wehrlosen Personen) jemandem unbewusst und unabsichtlich den Kiefer gebrochen hast.

In Ludwigsburg wird der §33 StGB scheinbar nicht angewandt, denn die Urteilsbegründung “das Ausmass dieser Nothilfe war so nicht erforderlich“ ist unfassbar.

Was heisst das für den jungen Helfer? Zum einen ist er nun vorbestraft. Zum anderen öffnet dieses Urteil einem Menschen, der sich zumindest in einer Gruppe Jugenlicher befunden hat, die billigend schwerste Verletzungen, vielleicht sogar den Tod Ihres Opfers in Kauf genommen haben. Zum anderen ist damit der Weg frei für eine Zivilklage gegen den jungen Mann wegen schwerer Körperverletzung, weil er helfen wollte.

Was heisst das für uns? Wegsehen? Nicht helfen? Helfen und danach verschwinden? Gerade als aktiver Kampfsportler sieht man sich nach einer Notwehr- oder Nothilfesituation mit dem Vorwurf konfrontiert “gerade sie hätten mit Ihrem Training doch eine weniger aggressive Art der Abwehr wählen müssen”. In Sekunden muss man eine Entscheidung treffen um sich oder andere vor Schaden zu bewahren – und das wird einem dann später vorgehalten, von jemandem, der sich in eine solche Situation nicht einmal hinein denken kann?

Dieses Urteil führt jegliche Art der Zivilcourage und der Nothilfe komplett ad absurdum. Es gab in der Vergangenheit so viele Fälle, wo zu mehr Zivilcourage aufgerufen wurde. Und dann verhängt eine einzelne Richterin – gegen den Wunsch der Staatsanwaltschaft – eine Strafe gegen jemanden, der beherzt eingreift, seine eigene Gesundheit riskiert um einen hilflosen Menschen zu retten?

Es mag brutal klingen, aber vielleicht kommt besagte Richterin einmal in eine Notsituation, wird von mehreren Personen mit Vergewaltigung bedroht und die Herumstehenden winken ab mit der Begründung “lieber nicht, hinterher bin ich vorbestraft”. Vielleicht fällt das nächste Urteil dann anders aus…

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Abwehr von Waffen

Manchmal denke ich ja schon nach, ob ich zu viel denke 😉 Heute morgen war es mal wieder so weit. Beim Krav Maga Training stand gestern Abend Waffenabwehr auf dem Programm. Stock, Pistole, Messer. Und heute morgen, beim flüchtigen überfliegen von Facebook stosse ich auf das Video einer Krav Maga Schule, in der die Abwehr einer Pistolenbedrohung gezeigt wird, Video angeschaut, geschluckt und gedacht: “gut, dass ich das so nicht lerne“. Sofort fiel mit das Posting von Marcus Schüssler (EWTO Schule Velbert, Wing Tsun und Escrima) ein, manche Kampfsportarten sollten doch endlich mit dem Wahnsinn aufhören, ihren Schülern beizubringen, dass eine Verteidigung gegen Waffen möglich sei und seinen Lehrgang speziell zu diesem Thema (dazu steht auch etwas im Blog, ich war dabei).

Aus der Erfahrung heraus sind mir drei grundlegende Einstellung von Kampfsport Ausbildungen (ich fasse jetzt auch mal Krav Maga, Wing Tsun, etc. unter dem Begriff “Kampfsport” zusammen, man möge mir dies verzeihen) bekannt:

A – Waffenabwehr ist gar kein Problem. Ihr lernt hier absolut verlässliche Techniken, die Euch gegen jeden Angriff absichern, auch gegen Schusswaffen und Messer. Trainiert anständig, häufig und genau das, was wir Euch beibringen und ihr seid sicher.

B – Es ist absoluter Wahnsinn, sich gegen Waffen verteidigen zu wollen. Wer dies trotzdem tut, schickt seine Schüler, falls der Ernstfall eintritt, in den sicheren Tod.

C – Waffenabwehr kann funktionieren, sollte aber nur der letzte Schritt sein, deswegen unterrichten wir es.

Gehen wir alle 3 Einstellungen einmal durch, sowohl für Schuss-, als auch für Stichwaffen.

A – Diese Einstellung wird, leider muss man sagen, häufig von den „Kollegen“ die Krav Maga Stile unterrichten vertreten. Ich weiss dabei nicht, ob sie wirklich 100% von sich und Ihren Techniken überzeugt sind.

Schusswaffe
Eine Schusswaffe funktioniert auf Entfernung. Wenn mich also jemand erschiessen möchte, stellt er sich weit genug von mir weg und drückt – auch mehrfach – ab. Die einzige Möglichkeit, sich theoretisch gegen eine Schusswaffe zu verteidigen ist, wenn der Schwerpunkt des Angreifers nicht auf „ich will Dich erschiessen“, sondern auf „ich will meine Waffe als Meinungsverstärker einsetzen“ liegt und er dafür so nah kommt, dass sich die Waffe in unserem Zugriffsbereich befindet.

Stichwaffe
Ein Messer (oder Schraubendreher oder was auch immer) funktioniert dagegen nur im Nahbereich. Hier gibt es auch zwei Angriffsszenarien. Zum einen will uns der Angreifer schwer verletzen oder töten, zum anderen will er sein Messer als Meinungsverstärker einsetzen. In beiden Fällen befindet sich die Stichwaffe in unserem Zugriffsbereich.

Entsprechnd kann man nicht pauschal sagen “Abwehr ist möglich”.

B – Diese Einstellung ist verständlich. Es grenzt tatsächlich ein bisschen an Wahnsinn, sich gegen eine Schuss- oder Stichwaffe verteidigen zu wollen. Dummerweise kommen solche Attacken und Bedrohungen in der Realität vor. Was also tun? Die Augen davor verschliessen, dass es so etwas gibt? Darauf vertrauen, dass man nicht zu den wenigen Personen gehört, die einmal mit einer Waffe angegriffen werden? Pauschal auf die Möglichkeit der Flucht vertrauen?
Die Wahrscheinlichkeit, dass der normale Bürger in eine solche Situation kommt ist – zugegebenermassen – sehr gering. Aber sehr gering ist nicht gleich null. Wenn ein Trainer pauschal eine solche Ausbildung verweigert, ist er dann besser als der Trainer in Punkt 1? Er entlässt seine Schüler vollkommen unvorbereitet in die Welt der Selbstverteidigung. Das kommt einer „wenn Du mit einer solchen Waffe angegriffen wirst, musst Du sterben“ Lehre gleich.

C – Dies ist meiner Meinung nach die einzig wirklich vernünftige Einstellung. Natürlich sollte ein Verteidigungsversuch gegen eine Waffe immer der letzte Weg sein. Und natürlich kann es schief gehen. Aber was ist die Alternative? Von vorneherein nichts tun? Sich freiwillig und ohne Gegenwehr erschiessen oder erstechen lassen? Oder aus der Situation heraus und aus purem Überlebenswillen heraus irgendwas machen, was man für die Verteidigung ohne Waffen gelernt hat oder was reflexartig passiert, was aber evtl. vollkommen falsch ist?
Man kann auch nicht immer fliehen. Folgende Situationen können auftreten:
– ich bin in eine Ecke gedrängt, der einzige Fluchtweg führt am Angreifer vorbei
– ich bin mit Familie, Kindern oder Freunden unterwegs. Fliehe ich, liefere ich sie aus

Da ich selber Krav Maga betreibe, stosse ich auf viele Videos von „Kollegen“, die öffentlich Ihre Form der Waffenabwehr demonstrieren. Dabei bin ich in der Regel sehr erschrocken, wenn ich sehe was unterrichtet wird. Ich sehe statische Situationen, die eigentlich nur im Training funktionieren können und dem Schüler ein vollkommen falsches Selbstbewusstsein suggerieren.

Beispiel Schusswaffenabwehr, heute erst gesehen. Der Angreifer steht mit der Waffe vor dem Verteidiger. Der Verteidiger greift mit einer Hand die Waffe. Mit der anderen Hand schlägt er mehrfach ins Gesicht des Angreifers. Sieht toll aus und funktioniert hervorragend – im Training! Im wahren Leben wird der Angreifer, wenn er merkt, ich greife seine Waffe, sofort die Hand zurück ziehen, ruckartig und dabei vielleicht auch einen Schritt zurück gehen, auf jeden Fakll wird er nicht schwer beeindruckt abwarten, was denn nun als nächstes mit ihm vorhaben. Fazit: er reisst mir die Waffe aus der Hand, er ist ausserhalb meiner Reichweite und wahrscheinlich wird er nun sogar schiessen. Diese Art der Abwehr ist Wahnsinn.

Beispiel Messerabwehr. Der Angreifer sticht zu. Der Verteidiger wehrt ab. Schlägt und tritt auf den Angreifer ein. Funktioniert auch nur im Training. Wer sich mit realistischen Videos zu Messerangriffen beschäftigt wird feststellen: wenn der Angreifer sich entscheidet zuzustechen, wird er dies nicht einmal machen, er wird wieder und wieder kraftvoll zustechen. Da hilft diese Verteidigung nicht, zum einen da ich vor lauter abblocken nicht zum kontern komme, zum anderen weil mich die Situation – auf die ich nie vorbereitet wurde – überfordert. Ausserdem wird er irgendwann seine Technik ändern, wenn er merkt, dass er auf Gegenwehr stösst.

Jeder der eine solche Art der Verteidigung beigebracht bekommt wird ja im Training auch einmal in der Rolle des Angreifers sein. Probiert es aus. Wird die Waffe gegriffen, zieht sie ruckartig weg. Wird das Messer geblockt, greift sofort wieder an. Seid überrascht, was ihr damit ausrichten könnt und betrachtet unter diesem Gesichtspunkt die Wirksamkeit der Waffenabwehr, die man Euch unterrichtet hat!

Natürlich ist die Abwehr von Waffen gefährlich, natürlich kann man verletzt werden, natürlich kann man sterben. Aber wenn man auf eine solche Situation nicht oder schlecht vorbereitet ist, ist das Risiko mindestens genauso hoch. Lert Ihr Waffenabwehr, müssen die Verteidigungstechniken praktikabel sein. Mit einer Hand eine Waffe zu ergreifen und dem Gegenangriff mehr Gewicht zu verleihen, als der sicheren Kontrolle der Waffe, halte ich für praktizierten Wahnsinn.

Ich habe das Glück, dass ich mit „Elite Krav Maga“ einen Ausbilder und Lehrer gefunden habe, der den Schwerpunkt auf „Kontrolle der Waffe“ legt, der Verletzungen bei der Abwehr nicht ausschliesst sondern sogar einräumt, der uns Techniken mit auf den Weg gibt, die – im Gegensatz zu den in Videos anderer Schulen gezeigten – sinnvoll sind, funktionieren (können) und mit tatsächlichen Bedrohungsszenarien, nicht gestellten und statischen Trainingszenarien trainiert werden.

Ich stelle immer wieder fest, “Elite Krav Maga” ist das beste, was mir an Selbstverteidigung passieren konnte.

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